29. November 2010

Interview mit Goldfrapp

«Es kommt nur darauf an, wohin man in seinem Kopf reist»

Sie waren es, die zu Beginn des neuen Jahrtausends den Elektropop der siebziger Jahre aus der Versenkung zurück auf die Tanzfläche holten. Zehn Jahre später gilt das britische Duo Goldfrapp selber als grösster Einfluss für eine jüngere Generation von Popartisten. Diese Tatsache und das neue Album «Head First» waren Grund genug für TheTitle, Sängerin Alison Goldfrapp und Soundtüftler Will Gregory zum Gespräch zu bitten: über Einflüsse von Giorgio Moroder bis Suicide, über Intelligenz und Humor und über die digitale Revolution.

Interview: Robert Rotifer
Alison Goldfrapp und Will Gregory. Foto: © Serge Leblon

Zehn Jahre sind eine lange Zeit, schon überhaupt in der Popmusik. Als Goldfrapp 2000 ihr Debüt «Felt Mountain» herausbrachten, klang ihre Musik nach dem feuchten Traum des avancierten Pop-Connaisseurs, eine stilsichere Mischung aus Breitwand-Arrangements, schlingernder Theremin-Klänge und subversiver Lyrik unter süsslichem Schein. Aber dann kam alles anders. In ihrer Inkarnation als Live-Act trat Sängerin und Ko-Songschreiberin Alison Goldfrapp in den optischen Vordergrund, während ihr musikalischer Partner, der Synthesizer-Fetischist Will Gregory, sich ins Studio zurückzog und von ganzen Tourneen fernblieb. Goldfrapps Wandlung zur mysteriösen blonden Glamourfigur (auf der Bühne und vor der Kamera schien sie automatisch um ein paar Zentimeter zu wachsen) erhielt ihren passend schmissigen Soundtrack in der Glam Rock/Elektro-Synthese «Black Cherry» (2003), gefolgt von der konstruierten Laszivität von «Supernature» (2006) – Gorgio Moroder statt Ennio Morricone, Lapdance-Gesten statt Weimarer Kabarett.

#-#IMG2#-#Das vierte Album «Seventh Tree» entfloh 2008 der Gefahr der Selbstparodie in Richtung ätherischer Weichzeichner-Ästhetik. Ironischerweise formierte sich just zu jener Zeit gerade die von ihren eigenen Vorgängeralben (mit)losgetretene Renaissance des Elektropop, und Goldfrapp durften mitansehen, wie die junge Konkurrenz sich an den Früchten ihrer Saat labten. Insofern wundert es wenig, dass ihr neues Album «Head First» sich nun, wie der Titel nahelegt, kopfüber in die Trickkiste des tanzbaren Pop der letzten 30 Jahre wirft. Keine Gelegenheit zu einem die Massen vereinenden «Oh oh oh» wird da ausgelassen, kein Leerlauf zwischen den Hooklines geduldet. Vorhersehbarkeit wird zur Tugend, Euphorie per Preset abrufbar.


Aber es wären nicht Goldfrapp, wenn sie nicht selbst diese systematische Gewinnung des Pop im reinen Konzentrat als gänzlich unzynische, künstlerische Ambition betrachteten.


TheTitle traf Alison Goldfrapp und Will Gregory in einem Club in Soho, London, zum Gespräch über die Neubewertung des einst verlachten Eurodisco-Sounds, die weniger tollen Songs ihrer Karriere und das Tanzen im Kopf. Es war früh am Nachmittag, der Himmel Wolken verhangen, aber beide trugen Sonnenbrillen.
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Alison Goldfrapp und Will Gregory, als ich «Head First» zum ersten Mal gehört habe, war sofort klar war, dass hier POP in Grossbuchstaben geschrieben wird. Ich musste an ein Gespräch denken, das ich in den letzten paar Jahren mit verschiedenen Leuten geführt habe, wann immer Elektropop-Acts wie La Roux oder Little Boots aufs Tapet kamen. Das Resümee der Einschätzung war stets dasselbe: Das ist schon okay, aber eigentlich auch nur eine schlechtere Version von Goldfrapp. Ganz ehrlich: Haben Sie sich das nicht auch hin und wieder gedacht?
Alison Goldfrapp: Nein. Nein nein nein. Nein nein (lächelt vielsagend).

Aber kann es sein, dass Sie ein paar Leute inspiriert haben?
Goldfrapp: Das könnte sein, wer weiss. Wir beschäftigen uns nicht allzu gern mit solchen Gedanken.
Will Gregory: Wir sind auf jeden Fall erfreut, dass es da draussen jetzt wesentlich mehr weibliche Künstlerinnen gibt. Als wir vor zehn Jahren anfingen, gab es da ausser Madonna nicht sehr viel.
Goldfrapp: Gaga hat jetzt Madonnas Rolle übernommen. Sie hat ihr den Titel der Königin des Pop weggeschnappt.

Madonna war in dieser Rolle wohl schon seit längerem nicht mehr ganz so glaubwürdig.
Goldfrapp: Gaga ist jung, sie repräsentiert ein jüngeres Publikum. So läuft das eben.

Sie haben im Verlauf Ihrer auch nicht mehr so kurzen Karriere des öfteren radikal den Kurs gewechselt. Haben Sie es diesmal von Anfang an darauf angelegt, so poppig wie möglich zu klingen?
Goldfrapp: Das Ziel, das wir mit dem neuen Album hatten, war etwas Ähnliches wie «Supernature» zu machen. Aber mit mehr Wärme im Klang. Wir wollten wieder unsere Synthesizer und unsere Beats auspacken und ein bisschen mehr auf Party machen. Wir hatten «Seventh Tree» hinter uns gebracht, das war eine kleine Station auf unserer musikalischen Reise gewesen, die wir passieren mussten. Wir hatten Lust, ein paar gute Ohrwürmer in die Welt zu setzen. Es machte grossen Spass, miteinander zu jammen und das, was dabei zustande kam, fühlte sich dementsprechend gutgelaunt an. Sowas hatten wir eigentlich noch nie gemacht. «Supernature» war zwar ein recht flottes Album gewesen, aber in seinem Kern hatte es einen harten, kühlen Sound. Es war eine zweideutige Angelegenheit. Diesmal haben wir dagegen Songs geschrieben, die sich wesentlich direkter anfühlen und auf fetten Melodien gebaut sind. Wir vergnügten uns an der Einfachheit der Songstrukturen, und vielleicht ist es das, worin Pop besteht. Wir haben aber nie ausgesprochen, dass wir diese Art von Musik schreiben sollten. Unser Sound war in seiner Zusammensetzung immer schon sehr vielschichtig, wir haben uns nie an einer einzigen Vorgabe orientiert.

Gerade deshalb habe ich mich das gefragt: Wenn man einmal so viele verschiedene Regionen der musikalischen Landschaft erkundet hat, ergibt sich die Route nicht mehr von selbst. Man muss sich bewusst für eine von endlosen vielen möglichen Richtungen entscheiden.
Goldfrapp: Unsere Richtung ist ein Gefühl, eine Atmosphäre, die wir mögen.
Gregory: Ein grosser Teil unserer Musik geht aus gemeinsamer Improvisation hervor. Wir schalten unseren Radar auf Empfang und sind für alles offen. Als wir «Rocket» und «Alive» als erste Songs für dieses Album geschrieben hatten, kam das auch so zustande, ganz spontan, ohne irgendeinen Masterplan. Von diesen beiden Songs aus ergab sich ein neuer Blickwinkel, der wiederum die Sicht auf andere Ziele eröffnete. Es ist einfach so bei uns: Wir stellen einen Fuss vor den nächsten und wann immer wir den nächsten Song erreicht haben, sehen wir uns die neue Aussicht an. So stolpern wir dahin. Auf gewisse Weise ist das auch sehr ehrlich, weil wir dabei an niemand anderen als uns selbst denken. Wir sind auf diese Art ziemlich eigensinnig.

Studieren Sie auch die Techniken Ihrer Vorbilder? Interessiert Sie zum Beispiel, mit welchen Methoden Giorgio Moroder gearbeitet hat?
Gregory: Nicht sonderlich. Also wenn Sie mir jetzt sagen würden, Sie hätten Giorgio Moroder interviewt, dann würde ich Ihnen sicher ein paar Fragen stellen. Aber ich glaube nicht, dass es darüber hinausgeht.
Goldfrapp: Natürlich ist man immer daran interessiert, wie andere Leute arbeiten. Sowas ist faszinierend, wenn man ein Künstler, ein Musiker oder ein Autor ist. Man will immer wissen, wie die Leute etwas erschaffen haben, insbesondere, wenn es etwas ist, das man wirklich bewundert.

Bei Goldfrapp scheint der Produktionsprozess jedenfalls immer so abzulaufen, dass Sie sich in ein Haus auf dem Land oder in einen dunklen Keller zurückziehen und dort zu zweit isoliert arbeiten. Ist das bei diesem Album auch so gewesen?
Goldfrapp: Wir haben immer schon auf dem Land aufgenommen und uns dazu einen billigen Bungalow im West Country gemietet. Diesmal sind wir zwischen London und dem Land hin- und hergependelt. Aber wir haben immer wieder Musiker eingeladen vorbeizukommen und mit uns zu spielen oder Rhythmen zu programmieren. Isoliert sind wir also nicht. Wir finden es inspirierend, wenn andere Musiker zu Besuch kommen. Das ist sehr erfrischend für uns. Es macht Spass.
Gregory: Es wird bald ein bisschen beengend, wenn man sehr lange nur zu zweit arbeitet.

Im Gegensatz zu ihrem vorigen Album «Seventh Tree» hört man «Head First» jedenfalls nichts von der ländlichen Umgebung an, in der es zum grossen Teil entstanden ist.
Goldfrapp: Natürlich ist es schön, wenn man Bäume vor dem Fenster hat. Aber am Ende macht es keinen Unterschied, wo man sich aufhält. Es kommt nur darauf an, wohin man in seinem Kopf reist.

Sie bringen die Leute auch gern zum Tanzen, oder?
Gregory: Wir tanzen selbst gern. Tanzen ist was Gutes, auch wenn ich es mehr und mehr in meinem Kopf mache. Aber das ist, was wir an der Glanzzeit von Giorgio Moroder immer schon so geschätzt haben. Da gab es diese Periode, wo eine wunderbare Ehe zwischen dem Songformat und Tanzmusik bestand. Das ist heutzutage ein bisschen abhanden gekommen. Wenn man in Clubs geht, dann spielen die nicht so viele Songs, sondern Tracks, die sehr reich an Wiederholungen sind. Da gibt es bloss kurze wiederkehrende Motive. Offenbar geht das von der Annahme aus, dass Leute, die tanzen, das Gedächtnis eines Goldfisches haben. Ich mag dagegen die Reisen, auf die einen die grossen Tanzplatten der späten Siebziger bis frühen Achtziger zu schicken pflegten. Das ist etwas, was uns beim Produzieren dieser Platte vorgeschwebte.

Diese Tanzmusik genoss damals aber kein allzu grosses Prestige. Sie wurde als Wegwerfware betrachtet.
Gregory: Oh ja, «Saturday Night Fever», das war so eine Art von Musik für das Proletariat, das die ganze aufgestaute Spannung einer Woche auf dem Tanzboden auslassen durfte. Es war ein notwendiges Übel, um die Untertanen im Schach zu halten.
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Leute, die sich für subversiv hielten, hatten dementsprechend wenig Respekt dafür. Nach meiner Erinnerung klaffte da nicht nur ein tiefer Graben zwischen Punk und Disco. Auch Musiker, die sich für Grooves interessierten, sahen Disco wegen seiner straighten Beats oft als unintelligente Groove-Musik an.
Goldfrapp: Ich glaube, das war noch bis vor kurzem so. In den Neunzigern gab es vor allem Jungen, die Gitarre spielten und schwarze T-Shirts trugen. Es war nicht erlaubt, sich herauszuputzen, wenn man ein ernsthafter Musiker sein wollte. Das war auch bei Portishead oder Massive Attack so, bis tief in die Neunziger hinein. Und dann kamen wir und die Scissor Sisters daher, und plötzlich konnte man sich aussergewöhnlich anziehen und dabei dennoch anspruchsvolle Musik machen. Es gibt einen tief verwurzelten Snobismus gegenüber so Dingen wie Synthesizern, die keine «echten» Instrumente sind. Selbst wenn jetzt alle vom Elektropop reden, ist davon immer noch ein bisschen was vorhanden.

Aus angloamerikanischer Perspektive wurde vor allem die kontinentaleuropäische Disco-Kultur gern von oben herab betrachtet.
Gregory: Seitens der Europäer aber auch. Das ist es ja gerade. Wenn man in Frankreich über Cerrone spricht, rümpfen die Leute gleich die Nase. Ich finde Cerrone grossartig, vieles, was er gemacht hat, war fantastisch. Oder sowas wie «Yes Sir, I Can Boogie», wer hat das noch gleich gesungen? Diese zwei Mädchen... (Baccara, Anm. des Verf.)
Goldfrapp: Das war aber schon ein bisschen trashig.
Gregory: Aber es war gut. Und der Text war wirklich wunderbar.
Goldfrapp: Wir mögen natürlich auch den Humor dieser Musik. Diese Campness ist ein grosser Teil ihrer Attraktivität.

Die Phase, wo man solche Vorleben hinter einem Mäntelchen der Ironie versteckt hat, scheint aber mittlerweile vorbei zu sein.
Gregory: Ja, ich glaube, die Leute haben sich mit der Rehabilitierung von Abba aus ihrer Deckung herausgewagt. Jetzt haben wir Phänomene wie das Musical «Mamma Mia», und diese Musik ist wieder in die Mainstreamkultur zurückgekehrt.

Bei all Ihrer Liebe zum schamlosen Pop liest man aber auch, dass Sie bei der Aufnahme dieser Platte viel Suicide gehört haben.
Goldfrapp: Ich bin eben ein Fan von Suicide.

Die waren aber damals aber auch Welten vom Pop-Mainstream entfernt. Und sind es immer noch.
Goldfrapp: Wenn man Musik macht, kann man sich von sehr verschiedenen Dingen anregen lassen, die nicht unbedingt damit zu tun haben, was man selbst macht. Als Künstlerin findet man überall Dinge, die etwas in einem auslösen. Das kann die Farbe Ihres T-Shirts sein oder irgendein winziger kleiner Streichersound, der in irgendeiner Platte vorkommt. Man sucht ständig Dinge und nimmt sich seine Inspiration von überall her, das können die banalsten, alltäglichsten Dinge sein. Oder sehr poetische und dramatische Dinge. Irgendwas gibt es immer.
Gregory: Und die Meinungen, die man hat, ändern sich auch über die Jahre hinweg. Manchmal gibt es Dinge, die findet man einfach furchtbar. Nur um später draufzukommen, dass sie genial sind. Der eigene Geschmack ist eben auch eine bewegliche Zielscheibe.

Hören Sie sich denn je Ihre eigenen alten Platten an?

Goldfrapp: Kaum.

Und wenn ja, was wäre Ihre Reaktion?
Goldfrapp: Es gibt sicher ein paar Dinge, die ich grossartig finden würde und andere, bei denen ich mir nicht so sicher bin. Nichts ist vollkommen. Aber ich glaube, dass wir ein paar tolle Songs gemacht haben. Und ein paar nicht so tolle. So ist das Leben.

Welche sind denn nicht so toll?

Goldfrapp: Oh Gott, das musste jetzt kommen, Da gibt es einen Track namens «Beautiful», den kann ich nicht leiden.

Neben Ihrer eigenen Musik hat sich im Verlauf Ihrer Karriere auch rundum einiges verändert. Zu Anfang des Jahrzehnts haben die Leute Musik vorwiegend noch als Tonträger gekauft. Hat die veränderte Art des Musikkonsums Ihre Arbeitsweise verändert?
Gregory: Insofern, als die Konsumenten einem heutzutage eine Pistole an die Schläfe halten und sagen: «Wenn dein Album nicht durchgehend gut ist, werd ich mir einfach die besten Tracks daraus runtersaugen und Schluss.» Das erzeugt eine gewisse Motivation, nicht nur zwei oder drei Nummern zu machen, die was taugen und den Rest irgendwie aufzufüllen. Ich glaube, das ist ein ziemlich gesunder Druck. Es ist also nicht alles schlecht daran.
Goldfrapp: Also ich finde das doch toll, wenn die Leute sich einfach aussuchen können, was ihnen gefällt. Für uns ist zwar jedes Album ein zusammenhängendes Werk, das ein Konzept hat, aber was die Leute damit tun, ist ihre Sache. Darüber will ich auch gar keine Kontrolle haben, andernfalls sollte man die Musik gar nicht erst rausbringen.
Gregory: Es gibt Wege, Dinge auf iTunes so zu veröffentlichen, dass man nur das ganze Album herunterladen kann. Ich kann mich erinnern, dass Portishead darüber gesprochen haben.
Goldfrapp: Ich würde niemandem solche Regeln aufzwingen wollen, das ist einfach falsch. Man kann zwar bestimmen, wie man etwas verpackt haben will, aber danach gehört es dem Publikum.

Gil Scott-Heron hat im Cover seiner neuen Platte eine Anleitung für den besten Genuss seiner Platte ohne Ablenkung abdrucken lassen. Das ist dann wohl weniger nach Ihrem Geschmack?
(Gregory und Goldfrapp lachen und schütteln die Köpfe)
Gregory: Also das ist einfach nur eingebildet.

Hat es eigentlich für Ihre Arbeit Konsequenzen gehabt, dass Ihr Label Mute Records an die EMI verkauft wurde, der es in letzter Zeit wirtschaftlich so schlecht geht? Hat Sie das verunsichert?
Gregory: Schon. Unsere instinktive Reaktion auf den Verkauf von Mute war Enttäuschung. Das war schliesslich ein grosses Independent-Label mit einer grossen Geschichte, dessen Künstler immer die volle Kontrolle darüber behielten, was sie tun konnten. Daniel Miller (der Label-Chef und -Gründer, Anm. des Verf.) war es immer wichtig, dass Mute ein von Künstlern gesteuertes Label sein sollte. Das war auch ein Grund, warum wir überhaupt bei Mute unterschrieben hatten. Das Label hat uns Freiheit gelassen, und sie tun das auch jetzt noch. Allerdings gab es da schon eine gewisse Sorge, dass das alles ausgehöhlt werden könnte. Ich glaube aber, dass Daniel ganz gut darin ist, uns davon zu isolieren.

Hat er eigentlich noch was zu sagen bei seinem Label?
Gregory: Aber sicher. Hundertprozentig. An der Oberfläche hat sich nichts wirklich verändert, auch wenn man sich bewusst ist, dass er da wohl Kämpfe auszutragen hat, mit denen er sich früher nicht aufhalten musste.

Ich habe das Video zu «Rocket» mit der phallischen Rakete mit der rosa Spitze gesehen. Hatten Sie einen Einfluss auf das Treatment?
Goldfrapp (unzufrieden): Ja...
Gregory: Alison hat das Treatment geschrieben.
Goldfrapp: Ich habe aber nicht Regie geführt, wohlgemerkt.
Heisst das, dass Sie es anders gemacht hätten?
Goldfrapp: Ähm... Lassen Sie uns lieber nicht davon sprechen. Das ist ein heikles Thema.

Ich habe das Video bisher nur auf YouTube gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Ihre Musik auch auf Laptop-Speakern ganz gut funktioniert. Denken Sie beim Mixen an die Leute, die Musik nur noch auf diese Weise konsumieren?
Gregory: Ein guter Mix muss überall gut klingen. Das muss auch Gil Scott Heron einsehen.
Goldfrapp: Und das Schlimmste ist und bleibt sowieso immer noch das Fernsehen. Nichts, was aus dem Fernseher kommt, klingt gut. Es ist einfach immer Scheisse, das hat überhaupt keinen Sinn. Aber damit muss man leben, man kann eben nicht alles unter Kontrolle haben.

 

#-#IMG3#-#Aktuelles Album: Goldfrapp: «Head First» (Mute / EMI)

Goldfrapp – Official Website »

 

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